Leistbares Leben

Von der Arbeit leben können!

Vorarlberg ist ein schönes Land, weil es von der Natur beschenkt wurde und weil wir Vorarlberger was daraus machen. Wir haben Berge und den großartigsten See. „Mir sind fließige Lüt. Mir schaffand. Mir sind ghörig.“

Aber Vorarlberg ist nicht perfekt, denn es gibt auch in Vorarlberg arme Leute. Erschreckend für die Mittelschicht ist aber, dass sich für viele Menschen trotz „schaffa“ immer weniger ausgeht.
Schifahren – für junge Familien ein teurer Luxus.
„Hüsle boua“ – heute, wenn man nicht schon einen Grund hat, nicht mehr leistbar.

 

Von der Arbeit leben können.

Wir wollen kein hohes Sozialbudget. Wir wollen, dass die Menschen Arbeit haben und genug Geld verdienen. Aber in Notlagen muss unser Sozialnetz die Menschen auffangen und wieder zurückbringen!

Eine Arbeit, die gut bezahlt wird, ist die Basis für ein selbstbestimmtes, freies Leben. Jedem Mensch sollen daher alle Bildungschancen offen stehen, um für sich die richtige Tätigkeit zu finden. Gute Arbeitsplätze bieten Sicherheit, genug Geld zum Leben und machen nicht krank.

Bei Arbeitslosigkeit, Krankheit oder Pflegebedürftigkeit soll ein starkes Sozialsystem uns aber auffangen und die notwendige Existenzsicherheit gewährleisten  bzw. uns die Hilfe vermitteln, die wir brauchen.

Gemeinsam mit den Betriebsräten sorgen unsere sozialdemokratischen Gewerkschaften in Vorarlberg für gute Arbeitsbedingungen und faire Lohnabschlüsse. Arbeit muss sich lohnen, daher müssen arbeitsrechtliche Verschlechterungen wie ein 12-Stunden-Tag zumindest so ausgeglichen werden, dass die ArbeitnehmerInnen auch davon profitieren.

Gerade im teuren Vorarlberg (Stichwort „Wohnen“) brauchen Menschen die finanziellen Mittel für ein angemessenes Leben. Die VorarlbergerInnen erbringen auch die dementsprechende Leistung, denn nur ihren Fleiß steht Vorarlberg so stark da.

 

Digitalisierung für die Arbeitswelt.

Die Digitalisierung kann gestaltet werden: Arbeitsabläufe können durch den technologischen Fortschritt effizienter organisiert werden, Menschen können von belastenden Tätigkeiten befreit werden, und Arbeitszeiten können dadurch verkürzt werden.

Auch in den Bereichen Dienstleistungen und Pflege werden mehr Arbeitskräfte benötigt. Wichtig ist, dass die Gewinne in der Produktion auch für die nötige Arbeit in der Pflege verwendet werden. Produktionsarbeitsplätze sollen nicht als gewinnbringende Kosten und Pflegearbeitsplätze als kostentreibende Arbeit verstanden werden. Daher muss der Automatisierungsgewinn als Innovationstreiber den Unternehmen und der Gemeinschaft zu Gute kommen, um diese Arbeit zu finanzieren.

 

Leistung muss sich lohnen! Arbeit muss sich lohnen!

Wenn Arbeit mehr Einkommen bringen soll als die Sozialhilfe, dann hilft es den ArbeiterInnen nicht, wenn die Sozialhilfe gekürzt wird. Es braucht Lohnerhöhungen!

Wer arbeitet, der soll auch mehr Geld verdienen, als die Mindestsicherung bietet. Die Lösung dafür sind nicht niedrige Löhne und eine Sozialhilfe, die Armut erzeugen, sondern eine Mindestsicherung, die das Nötigste für ein würdiges Leben ausmacht und Löhne, die deutlich höher sind!

Wenn AsylwerberInnen erkennen sollen, dass sich Arbeit  lohnt, dürfen sie nicht mit 1,50 Euro abgespeist werden.

Wenn AsylwerberInnen erkennen sollen, dass sich Arbeit lohnt, müssen sie auch entsprechend entlohnt werden. Ansonsten werden nur bezahlte Arbeitskräfte durch günstigere AsylwerberInnen ersetzt, das schürt Hass und führt auf beiden Seiten zu Problemen. Wir sind für eine faire Bezahlung von sozialer Arbeit im Interesse unserer Gesellschaft. Von Wertschätzung reden immer diejenigen, die nichts bezahlen wollen.

Wir wollen, dass eine Sozialhilfe eine Mindestsicherung ist, die Menschen in Notlagen auf das Notwendigste absichert. Wer arbeitsfähig ist, muss sich Arbeit suchen und auch entsprechende Angebote des AMS annehmen. Davon ausgenommen sind diejenigen, die krank sind, Kinder alleine erziehen müssen oder jemanden pflegen.

Jede/r zehnte VorarlbergerIn ist trotz Arbeit armutsgefährdet. Oft lohnt es sich im Vergleich zur Sozialhilfe gar nicht, arbeiten zu gehen. Diese Menschen sollen daher auch eine Unterstützung bekommen, um wenigstens dieses Niveau zu erreichen. Genau deshalb sind auch die Kinderzuschläge so wichtig.
Wir wollen, dass alle ArbeitnehmerInnen genug verdienen – für sich, die Kinder und die Familie!

 

Nach einem langen Arbeitsleben – Pensionen, mit denen man Leben kann.

Wenn man nach einem langen Arbeitsleben in Pension geht, soll man sich auch die schönen Dinge leisten können. Die aktuellen Regelungen widersprechen dieser Tatsache.

Viele Menschen arbeiten 40 Jahre in ihrem Leben. Andere, aus welchen Gründen auch immer, arbeiten weniger. Dennoch muss es möglich sein, ein Alter in Würde mit einer Pension in ausreichender Höhe zu haben. Davon sind wir jedoch entfernt. Vor allem der lebenslange Durchrechnungszeitraum für die Pensionsansprüche bringt viele Pensionsberechtigte in Bedrängnis.

Deshalb wollen wir einige Punkte ändern. Die gesetzlich festgeschriebene jährliche Pensionsanpassung nach dem Verbraucherpreisindex ist zu wenig. Pensionisten haben auch Anspruch darauf, dass die wirtschaftliche Entwicklung bei der Anpassung ihrer Pension in Betracht gezogen wird. Genauso, wie das bei den Kollektivvertragsverhandlungen berücksichtigt wird.

Wir wollen auch ein neues Berechnungsmodell für die Pensionen. Künftig sollen jene 10 Jahre mit dem geringsten Einkommen im Arbeitsleben nicht mehr auf dem Pensionskonto aufscheinen und damit auch nicht mehr in Berechnung der Pensionshöhe mit einbezogen werden. Damit würden die Pensionen steigen und vor allem Frauen begünstigen.

Die Forderung nach einer Mindestpension von 1.200 Euro bei 40 Beitragsjahren ist zwar zu begrüßen. Dennoch werden de facto Frauen davon ausgeschlossen. Wir wollen deshalb die Berücksichtigung aller Versicherungszeiten und nicht nur die Berücksichtigung der Beitragszeiten.