Beste Gesundheit

Erstklassige Medizin statt 2-Klassen-Medizin!

Erstklassige – statt 2-Klassen-Medizin

Dass Gesundheit das höchste Gut ist, wird uns oft erst bewusst, wenn wir krank sind. Daher ist es die höchste Aufgabe der Politik, für das bestmögliche Gesundheitssystem zu sorgen, das jedem unabhängig von finanziellen Aspekten rasch die beste medizinische Versorgung ermöglicht. Unser grundsätzlich gutes Gesundheitssystem steht gegenwärtig vor Gefahren und Herausforderungen, die gelöst werden müssen.

Die Zahl der WahlärztInnen steigt – während Kassenstellen abnehmen und nur schwer zu besetzen sind. Von 1999 bis heute ist die Anzahl an FachärztInnen mit Kassenvertrag von 143 auf 178 gestiegen; gleichzeitig stieg die Anzahl an FachärztInnen ohne Kassenvertrag – sogenannte WahlärztInnen – von 78 im Jahr 2000 auf heute 233!

Wartezeiten bei Kassenarztinnen werden dadurch immer länger. PatientInnen, die es sich leisten können, weichen immer häufiger zu WahlärztInnen aus. Für einen Großteil der Bevölkerung ist dies jedoch nicht möglich. In vielen Fällen sind PatientInnen aber durch ein zu kleines Angebot an KassenärztInnen dazu gezwungen, WahlärztInnen aufzusuchen, deren Tarife zu bezahlen, die sie ohne Regulierung selbst festlegen können.
Die Krankenkassen zahlen dann nur einen kleinen Teil der Rechnung: 2018 erstattete die VGKK für WahlärztInnen lediglich 7,2 Mio. Euro an die PatientInnen von WahlärztInnen zurück, für VertragsärztInnen betrug die Kostenerstattung mit 95,4 Mio. Euro ein Vielfaches!

Der ÄrztInnenmangel wird sich aber noch verschärfen: Viele ÄrztInnen stehen kurz vor der Pension und müssen nachbesetzt werden. Deshalb ist es besonders wichtig, dass Kassenstellen attraktiv sind und fair entlohnt werden. Gerade für junge ÄrztInnen, die Familie und Beruf vereinbaren wollen, müssen gute Rahmenbedingungen geschaffen werden.

Gleiche Leistungen für Vorarlbergs Krankenversicherte.

Ganz gleich, wie viele Krankenkassen es nun geben wird – gerecht ist: gleiche Leistungen für gleiche Beiträge. Noch immer gibt es sogar innerhalb eines Landes unterschiedliche Leistungen, bei denen teilweise ein Selbstbehalt zu entrichten ist. Vor allem Selbstständige haben mit der SVA den Träger mit den schlechtesten Leistungen. Gleich ist gerecht!

Wir fordern eine Gesundheitskasse für alle Versicherten – eine Vorarlberger Kassa – in die alle die gleichen Beiträge einzahlen und dafür gleiche Leistungen bekommen. In der die BeitragszahlerInnen demokratisch ihre Gesundheitsversorgung mitbestimmen und überwachen können.

Keine unzumutbaren Wartezeiten.

Seit den 1960er Jahren hat sich die Zahl der KassenärztInnen kaum erhöht. Ein großes Wachstum gab es nur bei den WahlärztInnen, die sich aber viele PatientInnen nicht leisten können. Das fördert eine Zwei-Klassen-Medizin! Aber sonst ist es in Vorarlberg in vielen Fachrichtungen fast unmöglich, zeitnah einen Facharzttermin zu bekommen. Auch in Krankenhäusern sind die Wartezeiten auf Termine für Operationen, die nicht überlebensnotwendig sind, viel zu lang und verursachen oft wochen- oder monatelanges Leid. Konkret kommt es derzeit zu Wartezeiten zwischen einer und 73 Wochen!
Die längsten Wartezeiten gibt es bei den folgenden  Operationen:

  • Stabilisierende Wirbelsäulen-OP (Orthopädie): 73 Wochen
  • Elektive Operationen (HNO): 42 Wochen
  • Katarakt (Augenheilkunde): 40 Wochen
  • Alle elektiven OPs in der Orthopädie: 27 Wochen
  • Mund-, Kiefer-, Gesichtschirurgie: 26 Wochen
  • Endprothesen in der Orthopädie: 24 Wochen

Für kurze Wartezeiten in der Ambulanz.

Die Ambulanz ist die entscheidende Schnittstelle zwischen Rettungsdienst und Krankenhaus. Für das Krankenhaus besteht die Herausforderung darin, in kurzer Zeit die tatsächlichen Notfallpatienten zu identifizieren und zu behandeln.

Immer mehr PatientInnen kommen allerdings direkt in die Ambulanz, um sich dort behandeln zu lassen. Wenn das der Fall ist, werden die PatientInnen im Krankenhaus Bregenz der ambulanten Erstversorgungseinheit (AEE) zur Einschätzung ihrer Behandlungsdringlichkeit zugewiesen. Diese stellt in kürzester Zeit den Schweregrad einer Erkrankung bzw. Verletzung fest, leitet die Dringlichkeit einer schnellen Behandlung ab und weist die PatientInnen dem geeigneten Behandlungsort zu.

Dieses Vorgehen ist für alle ein Vorteil. PatientInnen haben dadurch die Sicherheit, dass ihre Erkrankungen bzw. Verletzungen schnellstmöglich von den richtigen FachärztInnen behandelt werden und dass sie nicht „im Kreis herumgeschickt“ werden. Das spart Zeit und ist effizient, auch für das Krankenhaus. Bislang gibt es diese sinnvolle Methode aber nur im Landeskrankenhaus Bregenz.
Wir möchten, dass auch die PatientInnen der anderen Landeskrankenhäuser von den Vorteilen der ambulanten Erstversorgungseinheit profitieren.

Mehr KassenärztInnen statt WahlärztInnen.

Mehr FachärztInnen mit Kassenvertrag, damit es nicht nur rasche Termine gegen Geld bei den WahlärztInnen gibt!

Für viele Menschen ist die zeitnahe Behandlung bei einer Kassenfachärztin/einem Kassenfacharzt nicht möglich. Die langen Wartezeiten veranlassen viele PatientInnen, eine Wahlärztin/einen Wahlarzt aufzusuchen. Das führt vor allem bei länger dauernden Behandlungen zu beachtlichen Kosten.
Dieser „Zwei-Klassen-Medizin“ muss mit einem ausreichenden Angebot an FachärztInnen mit einem Kassenvertrag begegnet werden. Wir fordern den Ausbau von FachärztInnenstellen mit Kassenvertrag, damit PatientInnen nicht genötigt sind, einen Wahlarzt/eine Wahlärztin zur Behandlung aufzusuchen.

Primärversorgung: lange Öffnungszeiten, mehrere ÄrztInnen und GesundheitsexpertInnen.

Bei den HausärztInnen droht in den kommenden Jahren ein Mangel. Schon jetzt sind Kassenarztstellen nur schwer nachzubesetzen. Eine sinnvolle Lösung könnten Gemeinschaftspraxen oder Primärversorgungszentren sein, in denen mehrere ÄrztInnen, aber auch Pflegepersonal, TherapeutInnen, Krankenpflegevereine und mobile Hilfsdienste unter einem Dach Leistungen anbieten. Das spart Kosten in der Administration, ermöglicht patientenfreundliche Öffnungszeiten und entlastet die Ambulanzen. In Primärversorgungszentren sollen neben ärztlichem Personal auch andere Berufe aus dem Gesundheits- und Sozialbereich ihren Platz finden, um die umfassende Behandlung und Betreuung der Kranken zu gewährleisten.

  • Mehr ÄrztInnen – weniger Wartezeiten auf Facharzttermine und Operationen.
  • Keine 2-Klassen-Medizin.
  • Transparente Wartelisten.
  • Aufnahmepflicht
  • Obergrenze für Wartezeiten einführen

Kurze Wartezeiten auf OP-Termine können durch eine Erhöhung der Anzahl genehmigter Operationen, in jenen Vorarlberger Krankenhäusern welche die personellen und technischen Ressourcen dazu haben, ermöglicht werden.

Es braucht eine vorausschauende Planung die festlegt, wo in den nächsten Jahren in Vorarlberg Handlungsbedarf gegeben ist – einerseits durch Bevölkerungswachstum, andererseits durch die Pensionierung von ÄrztInnen – und in der Primärversorgungszentren eine optimale Lösung darstellen.

Gemeindenahe Versorgung durch ÄrztInnen und Apotheken wird auch in ländlicheren Regionen wie dem Bregenzerwald, Klostertal oder Montafon benötigt, denn gerade ältere und kranke Menschen sind nicht so mobil.

In vielen Ländern gibt es an den Schulen angestellte KrankenpflegerInnen. Diese sind für viele Kinder und Familien oft die erste medizinische Ansprechperson um regelmäßige gesundheitliche Aufklärungsprogramme sowie Schulimpfungen durchzuführen, um in Ernährungsfragen zu beraten und um die SchulärztInnen bei Untersuchungen zu unterstützen. Sie betreuen die SchülerInnen auch im Bedarfsfall medizinisch und medikamentös. Vor allem für Integrationsklassen stellt das eine große Bereicherung dar. Wir möchten dieses Modell auch in Vorarlberg einführen.