Bildung, Kinderbetreuung

Für eine öffentliche Bildungsanstalt für Elementarpädagogik

Martin Staudinger und Manuela Lang.
Martin Staudinger und Manuela Lang. Bild: (c) SPÖ

Nur öffentliche Schule ist eine langfristige Lösung für Ausbau von Kleinkindbetreuung und Kindergarten

Kleinkindbetreuung und Kindergarten sind Bildungseinrichtungen. Daher ist es für SPÖ-Chef Martin Staudinger wichtig, dass es dort genug qualifiziertes Personal gibt. „Vorarlberg hinkt beim Ausbau der Einrichtungen hinterher. Unser Ziel ist es, Vorarlberg an die Spitze zu bringen – dass jedes Kind Anspruch auf einen Betreuungsplatz hat“, sagt Staudinger. Der Flaschenhals sei aber die Personalsituation. Staudinger: „Wir brauchen im Land mehr Elementarpädagoginnen und -pädagogen. Darum schlagen wir eine öffentliche Schule für Elementarpädagogik in Vorarlberg vor. Das Thema ist eine zentrale Zukunftsfrage, die neue Landesregierung sollte hier aktiv werden“, so Staudinger.

Für eine öffentliche Schule zur Ausbildung in Elementarpädagogik

Vorarlberg ist eines der letzten Bundesländer, in dem es keine öffentliche berufsbildende Schule für Elementarpädagogik gibt. Die einzige Schule dieser Art in Vorarlberg wird privat geführt und verlangt Schulgeld. „Das Land steht in der Verantwortung, gemeinsam mit dem Bund einen Standort für so eine Schule zu schaffen“, sagt Staudinger. Sonst werde man die Personalsituation nicht bewältigen können. Wenn nicht gehandelt wird, seien die Auswirkungen klar, so Staudinger: Dass auch in Zukunft vergleichsweise wenig Kinder vom professionellen Angebot profitieren werden; und dass berufstätige Eltern weiterhin mit langen Wartelisten konfrontiert sind. „Das kann nicht der Anspruch von uns Vorarlbergern sein. Bringen wir unser Land an die Spitze und schaffen die Voraussetzungen für die beste Betreuung unserer Kinder!“

Vorarlberg zum Vorreiter in der Ausbildung machen

Unterstützung erhält er dafür von der Elementarpädagogin Manuela Lang. Sie bildet am WIFI Quereinsteiger aus und weiterführend auch in Schloss Hofen und weiß, an welchem Hebel angesetzt werden muss. Eine öffentliche Schule sei ein richtiger Ansatz, sagt Lang.  Wichtig sei dabei ein weiterer Aspekt: „Vorarlberg kann bundesweit eine wichtige Vorreiterrolle spielen. Denn die Elementarpädagogik-Schulen in den anderen Bundesländern haben den eindeutigen Schwerpunkt auf der Ausbildung für die Arbeit mit Kindern von drei bis sechs Jahren. Das Konzept der Kleinkindbetreuung, wie wir es in Vorarlberg haben, hat dort kaum Gewicht. Vorarlberg könnte Modellregion für ein umfassendes Ausbildungskonzept für die professionelle Betreuung von Kindern ab dem ersten Lebensjahr sein.“

Umfassendes Angebot auch für Quereinsteigende

Manuela Lang weiß aus der Praxis auch, dass der Großteil der Absolventen der BAfEP direkt an die Universitäten wechseln und nicht im Land bleiben. „Ein Schlüssel ist es, zusätzlich auf Quereinsteigende zu setzen. In meiner langjährigen Arbeit und Ausbildungstätigkeit erlebe ich, dass Quereinsteigende nach der Ausbildung fast zu 100 Prozent in der Kinderbetreuung und im Kindergarten arbeiten. Zudem ist ihr Alter gepaart mit Lebenserfahrung generell ein Vorteil für diesen Beruf“, erklärt die Pädagogin.

Mit dem Bund gemeinsam eine Lösung suchen

SPÖ-Chef Staudinger stellt klar, dass man sich diesbezüglich mit dem Bund einigen müsse. Die Landesregierung müsse allerdings die Initiative ergreifen und proaktiv auf den Bund zugehen: „Sich lediglich eine Schule für Elementarpädagogik zu wünschen und die Verantwortung an den Bund abzugeben ist zu wenig. Es ist die Aufgabe der Vorarlberger Landesregierung, eine Lösung für Vorarlberg zu erreichen. Gerne unterstützen wir sie dabei mit unserer Expertise und unserem Einsatz, um unser Land an die Spitze zu bringen.“